Voll im Trend – erneuerbare Energien

Der Begriff „Erneuerbare Energien“ (auch klein geschrieben „erneuerbare Energien“ oder „regenerative Energien“) ist in den Medien seit vielen Jahren zu lesen und zu hören. Doch was verbirgt sich hinter diesen Energieformen, deren Anwendung in der Regel sehr positiv bewertet wird? Im strengen physikalischen Sinn ist die Bezeichnung irreführend, denn nach den Regeln des Energie-Erhaltungssatzes lässt sich Energie nicht vernichten, aber auch nicht neu erschaffen, sondern ausschließlich in unterschiedliche Formen umwandeln. Der Begriff „Erneuerbare Energien“ bezeichnet deshalb auch keine Energien, die neu erschaffen werden, sondern vorhandene Energieträger, die in überschaubaren größeren Zeiträumen nahezu unerschöpflich zur Verfügung stehen oder sich durch Speisung aus anderen (natürlichen) Energiequellen schnell wieder neu bilden. Diese schnelle Erholung unterscheidet die erneuerbaren Energien von fossilen Energien, deren Regeneration Millionen Jahre in Anspruch nimmt. Im Zusammenhang mit dieser Thematik wird auch oft der Begriff „Energiewende“ genannt. Er bezeichnet die stark vermehrte Nutzung von erneuerbarer Energie und zunehmende Abkehr von nicht nachhaltiger Nutzung fossiler Energieträger und der Kernenergie.

Primäre regenerative Energieträger

Erneuerbare Energien gehören zu den primären Energieträgern, d. h. es sind natürliche Energien, die unmittelbar genutzt werden. Sie bilden den wichtigsten Bestandteil einer nachhaltigen Energiepolitik (engl. sustainable energy) und weisen eine höhere Energie-Effizienz auf. Die wichtigsten sind:
– Solarenergie
– Windenergie
– Wasserkraft (allgemein)
– Meeresenergie
– Bioenergie (Biomasse)
– Geothermie

Aus primären erneuerbaren Energien abgeleitete sekundäre Energieträger

Oft werden auch die aus erneuerbaren Energien gewonnenen sekundären Energieträger – wie u. a. Elektrizität, Wärme oder Kraftstoff – als regenerative Energien bezeichnet, was jedoch falsch ist. Der korrektere Begriff „Erneuerbare Wärme“ bezeichnet thermische Energie, die aus Geothermie, Bioenergie oder Solarenergie gewonnen wird. Elektrische Energie aus regenerativen Energiequellen wird oft als „Grünstrom“ oder „Ökostrom“ bezeichnet.

Solarenergie – der wichtigste Energieträger für die Allgemeinheit

Solarenergie ist die wichtigste und bekannteste erneuerbare Energie. Sie zeichnet sich vor allen Dingen dadurch aus, dass sie tatsächlich in überschaubarem Zeitraum unbegrenzt zur Verfügung steht – und das in großen Mengen. Theoretisch könnte damit das 7000-fache des jährlichen Weltjahresenergiebedarfs gedeckt werden, jedoch wird zur Zeit nur ein kleiner Teil dieser Energie genutzt. Der direkte Gebrauch erfolgt mit Photovoltaikanlagen und durch Nutzung der Sonnenwärme.

Die übrigen erneuerbaren Energien

Die Windenergie gehört zu den ältesten genutzten regenerativen Energien. Früher wurde die Energie mit Windrädern gewandelt, heute nutzt man moderne On- und Offshore Windparks. Auch die Nutzung von Wasserkraft hat eine lange Tradition. Allerdings ist die Energiebilanz der Umwandlung nicht besonders günstig, sodass die Nutzung dieser Energie durch Wasserkraftwerke in Deutschland keine große Rolle spielt. Meeresenergie wird durch Gezeitenkraftwerke und Meeresströmungskraftwerke genutzt und bildet noch eine Nischenexistenz. Bioenergie nutzt Pflanzenreste und sonstige natürliche Produkte und wird oft in der Landwirtschaft genutzt. Der Anteil dieser Energie ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und es wird eine weitere Zunahme erwartet.

Gesetzliche Grundlagen und Ausblick

Das „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG) – korrekte Bezeichnung „Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien“ – hat primär die Aufgabe, die Einspeisung von Ökostrom und die damit verbundene Vergütung zu regeln. Damit soll ein grundlegender Umbau der Energieversorgung erreicht werden. Die Schwerpunkte des EEG sind: Einspeisevergütung sichern, Ausbau der regenerativen Energien fördern, Schonung fossiler Energieressourcen, volkswirtschaftliche Kosten für die Energieversorgung verringern und Entwicklung neuer Technologien für die Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern.

Flankierend zum EEG trat 2009 das „Erneuerbare Energien Wärmegesetz“ als Bundesgesetz in Kraft. Es regelt besonders den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien im Wärme- und Kältesektor. Zielsetzung ist, im Sektor Wärme und Kälte bis 2020 den Anteil der Nutzung regenerativer Energien auf mindestens 14 Prozent zu steigern. Insbesondere bei Neubauten soll der Wärmebedarf zumindest anteilig mit regenerativen Energien gedeckt werden.