Augmented Reality in der Brille

Die Augmented Reality, zu Deutsch Erweiterte Realität, ist eine auf Rechenleistung basierende Erweiterung des Seh- und Realitätssinn. Vor allem in der letzten Zeit ist die Begrifflichkeit immer mehr in den Fokus der Medienlandschaft gerückt und hat auch in der Gesellschaft seinen Einzug gefunden. Maßgeblich daran beteiligt ist dabei das Mobile Game „Pokemon GO“, welches letzen Sommer einen wahren Sturm um das AR entfacht hat. In kürzester Zeit konnte so eine breite Masse an Menschen für die Technik gewonnen werden. Viele weitere Spiele mit der AR Technik stehen in der Entwicklungsphase und auch in weiteren Bereichen des Lebens soll diese Erweiterte Realität nun verwendet werden, wie bei der Möbelsuche beispielsweise. Sollten sie zu ihrer Augmented Reality noch Kopfhörer benötigen, schauen sie doch bei dem Kopfhörer Ratgeber vorbei.

Doch AR ist keineswegs eine moderne Technik, die erst in den vergangenen Jahren neu auf den Markt gekommen wäre. Die Augmented Reality gibt es schon relativ lange und eigentlich kennt sie jeder. Das Paradebeispiel für die Erweiterte Realität ist die Einblendung von Informationen bei Dokumentationen oder dem Fußballspiel, bei der Freistoßpunkt oft durch einen weißen, eingeblendeten Kreis veranschaulicht wird. Es ist also eine Technik, die schon länger Teil unserer Wirklichkeit und unseres alltäglichen Lebens ist. Lediglich der Name ist vielen erst durch den Hype um Pokemon Go zu Ohren gekommen.

Doch wohin führt uns die Augmented Reality, die zur Virtual Reality dazugehört, in Zukunft noch hin? Es wird wohl so sein, dass mit wachsender Rechenleistung auch die Softwarelösungen besser umgesetzt werden können. Viele Funktionen der AR werden momentan durch die Hardware eingeschränkt. So kann es zu Rauschen und Abschattungen kommen. Aber auch die Batterien müssen besser werden, um die Erweiterte Realität für längere Zeit aufrecht zu erhalten. Mit Verbesserung der Hardware also, ist die halbe Miete bereits abgezahlt.

Vor allem aber hat die Erweiterte Realität den Anspruch real zu sein, unauffälliger zu werden und sich besser in den Alltag integrieren zu lassen. Dazu muss die Technik sich vom Smartphone lösen und zu einer eigenständigen Form werden, bei der die Betrachter alle Hände frei haben. Die Brille ist da die Lösung der Probleme. Zwar gibt es bereits Brillen mit AR, diese sind allerdings noch sehr klobig und schwer und keinesfalls ansehnlich. Um auf einfachere, unauffällige Designs zu kommen, könnte der Stoff Graphen, der vor wenigen Jahren entdeckt wurde, eine große Rolle spielen. Displays könnten auf einfachen Brillen angebracht werden, da der Stoff transparent, stabil und hauchdünn ist. Vieles könnte sich im Leben also vereinfachen. In Autos könnte der Navi in der Frontscheibe integriert werden und auch beim Motorradfahren wäre die Navigation möglich. Im Motorradhelm könnte ein solcher Bildschirm einfach in das Visier integriert werden.

Inwieweit die Erweiterte Realität in unsere Welt noch eindringen wird, ist heute noch nicht abzusehen, moralische und gesetzliche Hürden stehen allerdings heute schon. Denn allein aus Datenschutzrechtlichen Gründen könnte es schon problematisch sein, die Umgebung zu filmen und Daten daraus zu verarbeiten. Auch die moralische Frage, wie viel wir vom Menschsein aufgeben, wenn wir uns auf Technik verlassen wird sicherlich einen Impakt auf die gesellschaftliche Struktur haben und diese wohl auch nachhaltig verändern, was aber nicht nur an der Erweiterten Realität liegt.

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